Bootstaufe Neele, Snekke & Jesna

Liebe Festgemeinde
Heute wollen wir drei Boote taufen.
Es gibt natürlich auch für Bootstaufen historisch überlieferte Regeln.
Wir hatten da einige Vorschläge wie:
Du brauchst eine harte Flasche Champagner, die du mehrfach gegen den Bug haust, bis sie bricht –
Oder
Es ist absolut Brauch das Boot einmal in der Längsrichtung und einmal der Breite nach abzutauchen. Hierbei ist darauf zu achten, dass das Wasser nicht wärmer als 10 Grad ist.
Auch Menschenopfer, wie in der Antike, wurden diskutiert. Leider gab es dazu keine freiwilligen Meldungen aus der Mitgliedschaft.

Welche Regeln sollten also eingehalten werden?
1. Du brauchst einen Bootsnamen. Ist dieser Punkt erledigt ?
2. Vor der Wasserung muss das Bilgengeld eingezahlt werden. Von jeder
Münze des neuen Eigners, ist je eine in die tiefste Stelle der Bilge zu legen.
Die verrosten dort schön und zeigen Neptun, dass auch alles bezahlt ist... 
Ist das geschehen ?
3. Das Schiff muss von der ältesten, nicht verheirateten Tochter des künftigen Eigners getauft werden (wenn der keine hat, oder diese nicht anwesend ist, dann tut es eben auch eine andere Schönheit).
4. Auf jeden Fall ist die Taufe mit alkoholischen Getränken vorzunehmen.
Alles andere bringt nach einer 2000 Jahre alten, uns vorliegenden Untersuchung nur Unglück.
Über die Auswirkungen der Einnahme alkoholischer Getränke durch die Taufgemeinschaft ist uns nichts bekannt.
5. Für diese Bootstaufe benötigen wir einen Pfarrer und vier Jungfrauen.
Den Prediger zu finden war einfach, aber das mit den vier.....

Ist der Pfarrer bereit? Dann lasst uns mit der Taufe beginnen 

Rede des Pfarrers:

Im Namen Neptuns:
Wir sind heute hier zusammengekommen
um diese Boote, die noch ohne alles die Wellen knutschen, zu taufen.
Unser Neptun spricht :
„Lasset diese Kunststoffgebilde zu mir kommen, damit Sie durch die Taufe, auch wenn Sie bereits unten schon nass – an mich glauben und auf meinem Wasser, egal, ob Kirsch- oder Zwetschgenwasser, ihre Eigner von diesem fernhalten mögen.“
Wo diese Taufen auch stattfinden, in Bayern, im Rheinland oder auch in Hessen: Da wird gesoffen und gegessen!
Es ist immer beruhigend zu wissen, daß die Eigner alles bezahlen müssen!!
Möge Neptun immer bei uns sein, nachher bei Bier und auch bei Wein.
Damit Ihr nicht so volle seid und für den Prediger noch etwas übrig bleibt.
Auch dass er was von dieser Feier hat, ebenso wie der Bruder Koch, der Bürgermeister von Eibelstadt.
So will ich diese Rede schließen und die Boote jetzt mit Sekt begießen!!
Doch bevor ich jetzt beginne, steht noch eine Frage an: „Wie steht es denn mit dem Klabautermann??
Hat er diese Boote schon verlassen??
Wenn nicht so lasse er sich sehen, damit wir Ihm den Hals umdrehen!!“

Anschließend laufen alle dem Pfarrer, für eine Runde über den Platz, hinterher.
Und singen dabei ein fröhliches Lied. 

 

 

Liedtext:
1) Droben auf dem Hühnerboden
2) sitzt der Gockel obendroben
3) gibt auf seine Hühner acht
4) daß sich keiner drüber macht

Refrain:
Vorbeter                                                 Menge
Eichel Unter                                            nichts für uns
Schellen Ober                                         nichts für uns
Jungfrauen unter 18                               nichts für uns

5)   Drunten in den Wiesengrunde
6)   Sitzt die kleine Kunigunde
7)   Spielt an ihrem Hintern rum
8)   Grad als wär´s ihr Eigentum

Refrain:
Vorbeter                                                 Menge
Eichel Unter                                            nichts für uns
Schellen Ober                                         nichts für uns
Jungfrauen über 18                                was für uns

Siehe da, der Klabautermann steht bei der Neele aber nicht mehr lange. Dieser wird durch den Pfarrer vertrieben.

Nach erfolgreicher Vertreibung des Klabautermanns auf der Neele muss nun die Snekke befreit werden.

Die Snekke wird mit gesegnetem Wasser besprüht. Im Verlauf der Weihung wurde dann auch die Eignerin gleich mitgeweiht. Siehe erstes Bild graues T-Shirt, zweites Bild dunkelgraues T-Shirt.

Nun wird die letzte Taufe an diesem Tag vollzogen. Die Jesna durfte auch befreit, geweiht und mit Sekt begossen werden.

Da sitzen die noch glücklichen und zuversichtlichen Eigner auf der Bank, sie ahnen vielleicht ein bischen was da noch kommen mag, aber bestimmt wußten sie nicht, dass es sehr kalt wird.

Am Anfang war alles noch schön harmlos. Ein kurzer Pfiff in die Pfeife und eine kleine Kakaowolke bahnte sich seinen Weg in die Gesichter.

Weitere Ausführung des Pfarrers:
Solch dreckige und unrasierte Gesellen können wir nicht in unsere Gemeinschaft aufnehmen. Lasst uns sie waschen und rasieren.

Eine schöne Rasur von den Jungfrauen wird gerne angenommen. 

Es kommt die zweite Eignerprozedur, na? Ja genau es ist der eiskalte Wassereimer!

Schnell ein Sprung in den Hafen, denn das Mainwasser ist bestimmt wärmer als die Eiswasserdusche.

und weils so schön war, sind aufeinmal alle im Wasser freiwillig oder nicht, das ist hier die Frage?

Im Anschluss wurde dann die ganze Bootstaufengemeinschaft von den Eignern gestärkt mit Essen und Trinken.